Schlunz Trails

Sonntag, 22. April 2012

80-100% Luftfeuchte?

Es gibt Internet-Seiten, die sich intensiv damit befassen, die Existenz von Chemtrails zu leugnen.
Die, welche mir bekannt sind, verunglimpfen Chemtrail-Aktivisten und liefern hirnrissige Erklärungen.

Ich zitier mal Esowatch:
"Kurze Kondensstreifen entstehen in ca. 10 km Höhe dann, wenn die Temperatur in der Tropopause (10-15 km Höhe) bei ca. -50°C und die Luftfeuchte dort oben unter 70% liegt. Die Eiskristalle sublimieren jedoch nach ein paar Sekunden wieder und werden dann unsichtbar.

Lange Kondensstreifen (engl: persistent contrails), die sich auch noch verbreitern und schließlich zu künstlichen Zirren führen können, bilden sich, wenn die Luftfeuchte in der Tropopause auf 80-100% ansteigt.

Überhaupt keine Kondensstreifen auch in großer Höhe gibt es, wenn im Sommer bei Lufttemperaturen am Boden von 25°C und mehr in der unteren Tropopause (10-12 km) durch erhöhte Thermik die Temperatur auf ca. -40°C oder darüber ansteigt und gleichzeitig die relative Luftfeuchte dort oben unter 30% liegt. Dies ist beispielsweise im chemtrailfreien Südeuropa im Sommer der Fall. Unter 25% Luftfeuchte in 10 km Höhe gibt es keine Eiskristallstreifen (Sublimationsstreifen)."


Für die Behauptung über die "persistent contrails" kann Esowatch zwar keine seriösen Quellen nennen (man will sich wohl nicht direkt auf die NASA berufen, die das Wort offenbar erfunden hat), aber mal abgesehen davon:
Warum bitteschön herrschen plötzlich überall und tagtäglich, Sommer wie Winter in Spanien, Italien im Outback von Australien und sonstwo auf der Welt die optimalen Bedingungen für "persistent contrails"?
Hierbei scheint die Flughöhe genauso irrelevant zu sein, wie die Jahreszeit...
Jeden Tag herrschen weltweit, über Wüsten wie über dem Nordpol in allen Flughöghen 80-100% Luftfeuchte und -50°C...

Keine dieser Seiten beantwortet mir meine Frage, dafür schmeißt man fleißig "Chemtrailioten" mit Rechtsradikalen und Esoterikern in einen Topf (nach dem Motto: "wenn es vegane Sekten gäbe, würde ich nur noch Tiere essen").
Man verhöhnt jene, die meinen, dass sie durch Sprühaktionen krank wurden und zeigt Bilder von "Chemtrails" aus den Vierzigern, um zu beweisen, dass es sowas schon immer gab.
Dass militärische Sprühaktionen mit Chemikalien und Erregern seit jener Zeit dokumentiert und offiziell bestätigt wurden, wird hier allerdings verschwiegen.
Auch bei Wikipedia finde ich zum Thema "Kondensstreifen" solche Bilder (B17-Bomber im 2. Weltkrieg) und folgenden Hinweis:
"Die Persistenz der Kondensstreifen, also ihre Langlebigkeit, wird stark durch die Gegebenheiten der Atmosphäre und insbesondere dem Wasserdampfgehalt, welche durch die relative Feuchte beschrieben wird, beeinflusst. In den kalten Atmosphärenschichten treten relative Feuchten von 0 bis über 200 % auf."
Über 200%? Soll das eine wissenschaftlich seriöse Erklärung sein?
Ab wann persistieren sie denn nun genau?
Ich habe das Gefühl, dass es ganz leicht ist, die Massen mit 200% Schwachsinn abzuspeisen.

Mir ist egal, wer hier von wem bezahlt wird oder einfach aus Spass an der Freud Fehlinformationen im Internet verbreitet, ich finde es nur bedenklich, wenn Menschen darauf hereinfallen.
Ich kenne solche Menschen.
Manchmal beneide ich sie sogar...



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